Fallbeispiele

Die folgenden Fallbeispiele sind nur ein verschwindend geringer Auszug aus den mannigfaltigen Möglichkeiten, die zu Burn-Out oder anderen psychischen Erkrankungen führen können. Es sollen beispielhaft Szenarien dargestellt werden, um dem eventuell Betroffen vor Augen zu halten, dass es noch viele andere Menschen gibt, die in vergleichbaren Situationen feststecken. Diese Zustände sind ausnahmslos verbesserungswürdig. Mit oft nur geringem Aufwand kann eine bereits spürbare Entspannung herbeigeführt werden.

(Die beschriebenen Fälle sind in unterschiedlichster Ausprägung allgegenwärtig. Die beschriebenen Szenarien sind nicht konkret Personen oder Unternehmen zuordenbar, vielmehr eine aus eigenen Erfahrungen resultierende zusammengetragene Beispielsammlung.)

Fall 1: Mann, 48 Jahre alt
Fall 2: Frau, 39 Jahre alt
Fall 3: Mann, 41 Jahre alt
Fall 4: Mann, 49 Jahre alt
Fall 5: Frau, 45 Jahre alt

 

 

Fall 1: Mann, 48 Jahre alt

  • Handwerker, Lehre im erfolgreichen Unternehmen des Vaters
  • Meisterprüfung mit Bravour
  • Einstieg in die Unternehmensführung
  • Übergabe – Generationswechsel, Anspannungen zwischen Sohn und Vater
  • Bearbeitung sämtlicher Belange des Unternehmens. Tagesablauf: Koordination der Mitarbeiter, Auftragsbearbeitung, Akquise, eigene Einsätze. Abends und Wochenende: Buchführung, Rechnungstellung, Bestellungen…..
  • Beginnt nach 8 Jahren wieder zu rauchen
  • Motivation lässt nach, Unruhe im Unternehmen, Familienaktivitäten, Urlaub, Sport und Freunde werden dem Betriebserfolg geopfert
  • Zunehmender Zeitdruck, Reklamationshäufigkeit steigt, Mitarbeiterfluktuation nimmt zu
  • Keine Besserung in Sicht – Behandlung “unmöglich”. Der Betrieb muss weiterlaufen

Fall 2: Frau, 39 Jahre alt

  • Seit der Kindheit leichte Ängste, z. B. vor Spinnen, Käfern, Mäusen, etc.
  • Kaufmännische Ausbildung, Arbeit im Beruf
  • 4 Jahre befreundet mit „Mann des Lebens“, er war untreu, seitdem alleinstehend
  • In den letzten Jahren nebenberufliches Studium zur Betriebswirtin, arbeitet nun als Betriebswirtin
  • Während des Studiums Magenbeschwerden, Muskelverspannungen, Schlafstörungen
  • Lebt seit Jahren in Mietwohnung, kürzlich Wasserschaden, der zu vielen Komplikationen und zusätzlichen Aufregungen führt. Bis alles behoben ist, dauert es eine längere Zeit
  • Seitdem völlig konfus, kennt sich selbst nicht mehr, Albträume, Konzentrationsstörungen, massiv reduzierte Leistungsfähigkeit, kann nicht mehr in dieser Wohnung leben, Umzug zu Eltern, Wiedereingliederung in Familie, ständige Anspannung

Fall 3: Mann, 41 Jahre alt

  • Akademiker, sehr engagiert, hochqualifiziert, Macher, wenn eine Aufgabe stockt packt er selbst mit an
  • Wertvoller Mitarbeiter, beliebt
  • Parallel unterschiedliche Projekte, häufige Dienstreisen, Schlüsselposition
  • Durch die Kompetenzen gerne auch zu unangenehmen Projekten herangezogen, Krisenmanagement
  • Aggressivität nimmt in den Jahren zu, persönliche Angriffe auf Kollegen Krankheitsbedingte Ausfallzeiten. Die gestellten Aufgaben wachsen buchstäblich über den Kopf. Pflichtbewusst versucht er alles in gewohnter Qualität zu erledigen. Dazu Telefon, E-Mails, Meetings….. Überstunden überlagern Familienleben und Freizeit.
  • Gerede unter den Kollegen. Unlust, Anspannung und Kontrollverlust bereits beim morgentlichen Arbeitsweg
  • Vertrauenspersonen und Kollegen ziehen sich zurück.
  • Eine wichtige Ausschreibung wird nicht gewonnen.
  • Permanentes Gefühl gejagt zu werden. Trotz immer schnellerem Lauf ohne vom Fleck zu kommen
  • Ausstieg ist keine Option. Ein Immobilienkauf bindet ihn auf Jahre. Die Substanz schwindet mehr und mehr
  • Keine Erholung – Schlafmangel, Albträume. Auch an den Wochenenden keine spürbare Entspannung. Bereits Freitags Wut, Frust und Ängste, Montag wieder antreten zu müssen.
  • Komplette Erschöpfung. Keine Aktivitäten mehr mit Freunden. Sackgasse – Entscheidungen wie z.B. der Wechsel des Arbeitgebers sind unmöglich

Fall 4: Mann, 49 Jahre alt

  • Inhaber und Geschäftsführer in mittelständischem Unternehmen
  • Selbstbewusstes Auftreten, autoritärer Führungsstil, extrem belastbar, erfolgreich
  • Verhältnis mit Sekretärin, lebt aber noch mit seiner Frau und Familie zusammen
  • Unternehmenswachstum durch Übernahmen, weitere Standorte, neue Mitarbeiter, wachsende Verantwortung
  • Zusammenbruch während Kundenpräsentation, unkoordinierte Bewegungen – Sprachstörung, Verdacht auf Infarkt – Diagnose Burnout
  • 4 Monate Rehabilitation
  • Nach Rückkehr aus ReHa Unternehmen in Konkursverwaltung
  • Neuanfang mit Gefahr eines Rückfalles

Fall 5: Frau, 45 Jahre alt

  • Gelernte Kindergärtnerin, zusätzlich kaufmännische Ausbildung
  • Kauf eines Kiosk mit Sieben-Tage Woche unter Zuhilfenahme eines Bank-Kredites
  • Neues Aufgabengebiet, neues Umfeld
  • Bewältigung der Arbeitsabläufe mit Hilfskräften
  • Unzuverlässige, illoyale Mitarbeiter – häufige, kurzfristige Einsätze aufgrund von Ausfällen der Mitarbeiter, Urlaub und Freizeit nicht planbar
  • Belastung durch Gespräche mit Arbeitern und Angestellten, die sich bereits am Morgen vor Arbeitsantritt Alkohol einverleiben – eigener Alkoholkonsum
  • Fortlaufende Verschlechterung des psychischen Zustandes vor allem im Winter, Schlafrhythmusstörungen, Tinitus, Beziehungsabbruch
  • Todesfall im engeren Familienumfeld
  • Kein klares Ziel erkennbar, keine Bezugsperson mehr vorhanden, Leben und Arbeit verschwimmen, “nur noch funktionieren”
  • Kontinuierliche Leistungserbringung nicht mehr möglich, Erscheinungsbild verändert sich durch mangelnde Pflege

 

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